Anovulatorische Zyklen – Wenn der Eisprung ausbleibt

Anovulatorische Zyklen – Wenn der Eisprung ausbleibt

15. Mai 2021 0 Von Marina

Wird keine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt nennt man das einen anovulatorischen Zyklus. Der Eisprung bleibt also aus.
Bei einem Eisprung bleibt die Hülle der freigesetzten Eizelle zurück. Diese verwandelt sich dann in den sogenannten Gelbkörper. Der Gelbkörper produziert wiederum Progesteron.
Bei einem ausbleibenden Eisprung bildet sich kein Gelbkörper und somit auch kein Progesteron.
Anovulatorisch Zyklen sind also keine “richtigen” Zyklen mit allen Schritten eines Eisprungs, Gelbkörper und einer Lutealphase. Stattdessen sind sie eher wie eine lange, durchgehende Follikelphase.
Man nennt sie auch monophasische Zyklen.

Keine Sorge…

Anovulatorische Zyklen sind zunächst nichts schlimmes oder unnormales. Studien haben gezeigt, dass etwa 10-18% aller Zyklen anovulatorisch sind. Je nach Zykluslänge und Dauer sind das etwa 1-2 Zyklen pro Jahr, die ohne Eisprung stattfinden. (Quelle: https://www.femsense.com/de/blog/anovulation-warum-habe-ich-keinen-eisprung/)
Solange sie nur ab und zu vorkommen, ist also alles prima. Nur zu all zu oft sollte das nicht passieren.

Aber wie kommt es zu anovulatorischen Zyklen?

Unser Zyklus ist ein enorm komplexer Prozess, in dem alles bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt ist.
So kann es zum Beispiel stressbedingt zu Abstimmungsproblemen mit den Östrogenen kommen.
Und ein Eisprung kann nur erfolgen, wenn genug Östrogene vorhanden ist.
Haben wir also zuwenig Östrogene im Laufe unserer ersten Zyklushälfte produziert, schaffen sie es nicht, den Befehl des LH im Gehirn zu erwirken und der Eisprung bleibt aus.

Wie ich oben bereits geschrieben habe, bildet sich ohne Eisprung kein Gelbkörper und es wird kein Progesteron produziert. Die zweite Zyklushälfte fällt also aus.
Allerdings ist es so, dass es ohne eine Gelbkörperphase auch nicht zu einer normalen Menstruation kommt.
Dennoch kommt es trotzdem meist zu einer Blutung, da die Östrogene in der ersten Zyklushälfte bereits den “Rohbau” in der Gebärmutter aufgebaut haben.

Welche Ursachen haben anovulatorische Zyklen?

Anovulatorische Zyklen kommen häufig in Phasen von Hormonumstellungen, wie der Pubertät oder den Wechseljahren vor. Aber auch gesundheitliche Ursachen, wie das Polizystische Ovarialsyndrom (PCOS) oder Schilddrüsenprobleme können Ursache für einen ausbleibenden Eisprung sein. Sollte dein Eisprung öfter ausbleiben, wäre ein Besuch beim Gynäkologen oder Heilpraktiker durchaus sinnvoll.

Aber auch der eigene Lebensstil können einem anovulatorischen Zyklus zu Grunde liegen.
Gründe können u.a. zu viel Stress, Jetlag, schlechte Essgewohnheiten, extreme körperliche Anstrengung oder massives Unter- oder Übergewicht sein.

Wie erkenne ich einen anovulatorischen Zyklus?

Am besten und sichersten erkennst du einen anovulatorischen Zyklus an deiner Basaltemperatur.
I.d.R. ist es so, dass deine Basaltemperatur nach dem Eisprung, mit Hilfe von Progesteron, ansteigt.
Da aber in einem anovulatorischen Zyklus kein Progesteron gebildet wird, ist es nur logisch, dass du keinen Temperaturanstieg verzeichen kannst.
Misst du deine Basaltemperatur nicht, ist es tatsächlich kaum möglich einen anovulatorischen Zyklus zu erkennen.

Ein weiterer Hinweis kann deine Zykluslänge sein, wobei sie nicht unbedingt aussagekräftig ist.
Anovulatorische Zyklen können sehr lang oder auch sehr kurz sein. Oft sind sie aber genau so lang, wie deine normalen Zyklen mit Eisprung.


Anovulatorische Zyklen sind also, solange sie nicht chronisch sind, kein Grund zur Sorge.
Du brauchst auch keine Angst haben, dass du unfruchtbar bist. Der Zyklus ist sehr anfällig für äußere Faktoren wie Stress, kann sich aber meistens auch wieder wunderbar von selbst regulieren.

Am besten du misst täglich deine Basaltemperatur. Auf diese Weise, hast du quasi ein sofortiges Feedback deines Körpers, wie es um deine Zyklusgesundheit steht.
Und wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, kann ich dir von Herzen die symptothermale Methode empfehlen. Diese kannst du sowohl zur Verhütung, als auch zur Planung einer Schwangerschaft verwenden.